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Beitrag von Jochen Haase
16.08.10 23:58 von Jochen Haase
Ich habe den Eindruck immer stärker gewonnen, dass die „Spezialisten“ BI und die „Spezialisten“ Pro ihre Standpunkte im Prinzip aus Ihrer Sicht, sachlich richtig vortragen, jedoch für den Normalbürger weitgehend unverständlich.
Ich würde die Problematik der Straße im Prinzip so erklären:
Die derzeitige Bundesstraße wird von ca. 7.000 Fahrzeugen, inklusive LKW, täglich befahren. Ein großer Teil der LKW´s versorgt Zementwerk, Eisenwerk, Furnierwerk Kohl und weitere Unternehmen in Karlstadt. Früher wurde zum Beispiel der gesamte Brennstoff des Zementwerkes mit der Bahn oder Schiff angeliefert; durch die Umstellung auf Sekundärbrennstoffe geschieht dies nun per LKW´s und hierbei z. T. auch LKW´s mit ausländischem Kennzeichen. Dadurch hat der LKW-Verkehr nach Karlstadt grundsätzlich zugenommen. Diese LKW´s werden mit und ohne B26n die Zufahrt innerhalb der Stadt Karlstadt zu den Betrieben nehmen.
Dieses beliefern von Industriebetrieben hat sich immer stärker auf die Straße verlagert, da die Bahn immer mehr Güterbahnhöfe schließt. Des Weiteren ist durch den Eisernen Vorhang der Schienenverkehr und Straßenbau bis 1990 hauptsächlich in Nord-Süd-Richtung ausgebaut worden. Seit 1990 wird Ost-West nachgeholt. Hierbei möchte nun der Bund eine nördliche Verbindungsspange zur Entlastung des Biebelrieder-Kreuzes errichten, die B 26n heißen soll. Diese Bundesstraßenplanung unterstützt die Initiative Pro B26n und akzeptiert damit einen zusätzlichen Verkehrsfluss von ca. 30.000 Fahrzeugen pro Tag, die an Karlstadt vorbeifahren und zusätzliche Emissionen verursachen. Die 7.000 derzeit bleiben im Prinzip und fahren auch weiterhin zum großen Teil durch die Ortschaften.
Die BI möchte diesen überregionalen Verkehr vermeiden und nicht zusätzlich in die Region holen. Dafür jedoch möglichst schnell einzelne Ortsumgehungen, die die Ortskerne entlasten. Der zusätzliche Verkehrsfluss von 30.000 Fahrzeugen soll weiterhin mit einem geringen Umweg, von ca. 1km, über das Biebelrieder-Kreuz, welches zur Zeit umfassend ausgebaut wird, führen.
Ich denke, dass diese grundsätzliche prinzipielle Unterscheidung für die meisten Bürger, die nicht so tief in der Materie stecken, bisher nicht genügend dargestellt wurde.
Es wird immer dargestellt, dass durch die B26n die Arnsteiner Straße entlastet würde. Wenn jedoch die Abfahrt Stetten kommt, werden alle LKW´s, die die Karlstadter Industrie, Supermärkte und sonstige Handelsbetriebe beliefern weiterhin über die Arnsteiner Straße fahren, es sei denn, man möchte in Zukunft, dass sie andere Karlstadter Straßen belasten, die unter Umständen bisher nicht dafür vorgesehen waren.
Käme die Laudenbacher Abfahrt, müsste Laudenbach und Mühlbach einen zusätzlichen LKW Verkehr verkraften, da ansonsten diese Abfahrt keinen Sinn macht. Zu Bedenken ist weiterhin, dass Karlstadt auf Grund seiner engen Tallage nicht die zusätzlichen Ansiedlungsmöglichkeiten wie Marktheidenfeld oder Lohr hat. Gemäß Flächennutzungsplan sind keine Flächen dafür vorgesehen, es sei denn, man opfert dafür Naherholungsgebiete.
Da viele Industriebetriebe ihre Produktion von Deutschland in Zweigbetriebe in China, Indien oder in die Ostländer verlagern, werden in Zukunft genügend vorhandene Industrieflächen nutzbar sein oder werden.
Vielleicht hilft eine Auflistung die eventuell so aussieht:
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KEINE B26n bedeutet: |
Bau der B26n bedeutet: |
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kein zusätzlicher Verkehr |
Mit der Annahme, dass sie nicht in Karlstadt endet, bedeutet Verlust von Wohnqualität, Freizeitqualität, Luftqualität. Außerdem muss die innerörtliche Verkehrserschließung der Stadt Karlstadt in vielen Bereichen neu organisiert werden. |
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Erhaltung der vorhandenen Naturlandschaft mit geringen Eingriffen im Bereich der kleinen Ortsumgehungen |
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Geringere Kosten für die Allgemeinheit |
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Erhaltung des Freizeitwertes |
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kein Verkehrschaos auf den Umleitungsstrecken (alte B 26) bei Stau auf der Autobahn |
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Keine massive zusätzliche Belastung der Stadt Karlstadt |
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Beibehaltung der jetzigen Luftqualität |
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Keine Veränderung der Verkehrsflüsse in Karlstadt |
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16.08.10 23:58 von Jochen Haase (1 Kommentare)
Beitrag von Jochen Haase
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Kommentar von Martin | 19.08.10
Ich finde es echt beschämend wie die selbst ernannten Gegner der B26n arbeiten!
Was ist an ihrem Verein demokratisch, wenn Sie die Befürworter der Bundesstraße in der Nacht anrufen und versuchen einzuschüchtern, demokratisch gewählte Volksvertreter als Rattenfänger beschimpfen, und sich auf dem Marktplatz zu stellen und zu schreien "Wir sind das Volk"...? Ihr solltet euch schämen. Sowas darf in einer Demokratie nicht vorkommen und ist eine Schande für die BI !!
Ihr müsst halt auch akzeptieren, dass ihr nicht jeden eure Panikmache von "Autobahn" aufdrücken könnt. Diese "Autobahn" ist eine besser ausgebaute Bundesstraße - nicht mehr und nicht weniger!!!
Karlstadt ist auch eine Industriestadt, wer keine hohe Brücke über den Main will, der muss auch die Zementtürme wegsprengen, denn diese stören auch wenn man vom Saupurzel auf die Karlburg schaut!
Man kann nicht einfach gegen alles sein und muss auch mit der Zeit gehen!
Warum haben wir denn eine so niedrige Arbeitslosenquote? Doch nicht weil MSP das Silicon Valley von Deutschland ist - viele pendeln nach Würzburg, Frankfurt, Nürnberg... - und die Jugend wandert ab! So schaut es aus!!!!
Die B26n ist keine Garantie, dass sich neue Unternehmen ansiedeln, aber sie erhöht die Attraktivität Karlstadts, begünstigt Neuansiedlungen von Unternehmen sowie den Zuzug junger Familien. Heutzutage ist eine leistungsfähige Anbindung an das Fernstraßennetz ein Standortfaktor!
Natürlich gehe ich davon aus, dass ihr diesen Beitrag zensiert! Aber wenigsten habt ihr ihn vorher gelesen.
Viele Grüße
Karschter