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BI bezweifelt Wirtschaftlichkeit der B26n
05.08.10 21:41
Nach den Veröffentlichungen des Handelsblatts hat das Verkehrsministerium angesichts der Finanzlage einen Baustopp u. a. für neue Fernstraßenprojekte verfügt. Alle geplanten Infrastrukturprojekte werden neu geprüft und bewertet.
Für die Vertreter des Karlstadter Bürgerbegehrens „Für den Erhalt unserer Heimat, gegen den Bau der B26n“ ist klar, dass damit auch die B 26 n auf der Kippe steht und jetzt in Karlstadt ein klares Votum und nicht Detailplanungen gefragt ist.
Die Bürgerinitiative gegen die Westumgehung bezweifelt schon lange die Wirtschaftlichkeit dieses Projekts. So hat das Staatliche Bauamt im letzten Jahr die ursprünglichen Verkehrszahlen nach unten und die Baukosten und die Streckenlänge nach oben korrigiert.
Für die Vertreter des Bürgerbegehrens steht fest, es gibt nur noch zwei Möglichkeiten: Das Projekt wird insgesamt gestoppt oder es wird nach der Wertung im Bundesverkehrswegeplan nur der erste Bauabschnitt verwirklicht, der im Moment im vordringlichen Bedarf steht.
Dabei handelt es sich um die Strecke Karlstadt-AK Werneck mit 23 km Länge und einem Finanzrahmen von 189 500 000 €. Das bedeutet, die B 26n würde, vielleicht für Jahrzehnte, am Saupurzel oder in Laudenbach enden. Das Staatliche Bauamt hat für diese Fälle bereits Verkehrsprognosen erstellt.
Danach werden bis zu 21 800 Fahrzeuge in die Region Karlstadt geleitet. Für Mühlbach wird eine Verkehrszunahme bis 3 900, für Wiesenfeld bis 4 700, für Laudenbach bis 5 100 Fahrzeuge genannt (aus „Verkehrsgutachten 2007“, Staatl. Bauamt Würzburg).
Die Weiterführung der B 26n bis zur A 3 wird vom Bundesverkehrsministerium als weniger wichtig eingestuft und befindet sich deshalb nur im „weiteren Bedarf“. Die Finanzierung des Zubringers nach Lohr ist weder auf Bundes- noch auf Landesebene in Aussicht.
„Das Szenario „Autobahn endet in Karlstadt“ wird dann wahrscheinlich für die Stadt mit allen Stadtteilen und Bewohnern der absolute GAU.“ meint Erwin Scheiner, Vertreter des Bürgerbegehrens und Beirat der BI. „ Diese Befürchtung teilen wohl auch die Befürworter, deshalb schlagen sie vor, erst einmal eine zweispurige Straße zu bauen.
Doch mal ehrlich, glaubt jemand, es sei wirtschaftlicher diese dann in den Einschnitten, auf den Brücken und im Tunnel auf 4 Spuren, einen Mittelstreifen und 2 Standspuren zu erweitern? Dann besichtigen Sie die Großbaustelle A3! Dort wird beidseitig nur ein Streifen angebaut und Zeit- und Kostenrahmen sind längst gesprengt!“
Armin Beck, Rechtsanwalt und Sprecher der BI betont: „Das Projekt B 26n wackelt. Mit der Frage des Bürgerbegehrens haben die Karlstadter die Möglichkeit eindeutig Stellung zu beziehen, „Ja“ oder „Nein“ zur B 26n! Mit einem klaren Votum kann Karlstadt zum Zünglein an der Waage werden. Jetzt kann ein deutliches Signal am 22. August aus Karlstadt in Richtung München und Berlin diesen Wahnsinn verhindern!“
Sollte dieses Projekt vom Tisch sein, müssen sich Gegner und Befürworter endlich gemeinsam für sinnvolle und bezahlbare Lösungen einsetzen. Nur dann könne es eine Verkehrspolitik ohne Verlierer geben.
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