Mitteilungen
Staatssekretär Eck im Gespräch mit der Bürgerinitiative
22.02.11 20:36
Auf Initiative von Staatssekretär Gerhard Eck und Armin Beck, dem Sprecher der Bürgerinitiative
Bürger und Kommunen gegen die Westumgehung Würzburg (B26n) e.V. – Ortsgruppe Karlstadt,
fand ein Gespräch zwischen dem Staatsekretär im Innenministerium, Vertretern des Staatlichen
Bauamtes und der Bürgerinitiative gegen die Westumgehung Würzburg (B26n) statt.
Für die Bürgerinitiative nahmen an dem Gespräch zudem deren Vorsitzender Matthias Zorn (Hettstadt),
Vorstandsmitglied Wolfgang Rupp (Zellingen) und der Beirat für Karlstadt Erwin Scheiner teil.
In der offen und sachlich geführten Diskussion erläuterte der Vorsitzende der Bürgerinitiative Matthias Zorn,
dass die derzeitigen Planungen einer autobahnähnlich ausgebauten Bundesstraße zusätzlichen Verkehr
nach Main-Spessart und den westlichen Landkreis Würzburg brächten. Die massive Beeinträchtigung der
Lebensqualität der Bevölkerung stünden in keinem Verhältnis zu den Nutzen und den Kosten.
Der Bereichsleiter Straßenbau im Staatlichen Bauamt Würzburg, Christoph Eberlein erläuterte hierbei seine
Ansicht, dass die geplante B 26n die gestellten Aufgaben lösen würde. Dies seien insbesondere die
Verbindung der A 7 und der A 3, die Entlastung des Biebelrieder Kreuzes, die verbesserte Erschließung
des Landkreises Main-Spessart, die Entlastung hochbelasteter Ortsdurchfahrten insbesondere im Werntal
und die Entlastung des Stadtgebietes Würzburgs.
Staatssekretär Eck betonte, dass die B 26n ein wichtiges Projekt sei. Dies schon deshalb, da der Verkehr
zunehme und daher leistungsfähige Straßen unverzichtbar seien. Gerade in Zeiten höchster Anforderungen
an die Mobilität und Flexibilität der arbeitenden Bevölkerung müsse dafür gesorgt werden, dass der
ländliche Raum nicht abgehängt werde.
Hiergegen erklärte Armin Beck, gegen eine vierspurige, autobahnähnliche Bundesstraße stehe die eindeutige
Mehrheit der Bevölkerung, wie der Bürgerentscheid in Karlstadt gezeigt habe. Die Politik stehe daher vor der
Wahl gegen den massiven Widerstand der Region zeitaufwändig ein Straßenbauprojekt durchsetzen zu wollen
oder mit den Bürgern nach einer verträglichen Lösung zu suchen.
Die Vertreter der Bürgerinitiative betonten einhellig, dass anstelle einer vierspurigen, autobahnähnlichen
Bundesstraße mit 30.000 Fahrzeugen zusätzlich und einer geringen Erschießungswirkung eine verträgliche
Lösung gesucht werden müsse. Dies könne in einer Fortführung der B 26a über Werneck (A 7), Arnstein,
Karlstadt über Lohr zur A 3 bestehen. Verträglich könne eine solche Trasse jedoch nur als zweispurige,
kreuzungsfreie Bundesstraße sein, die – wo möglich - bestehende Trassen nutzen müsse.
Am Beispiel von Karlstadt legte Erwin Scheiner dem Staatssekretär die Lärmbelastung der Wohngebiete
durch die aktuelle Planung dar. Die Vertreter des Staatlichen Bauamtes Würzburg sicherten hierbei zu,
dass Maßnahmen zum Lärmschutz gerade in Karlstadt aufgrund der Nähe zur Wohnbebauung ergriffen
würden.
Staatssekretär Gerhard Eck begrüßte, dass – im Gegensatz z.B. zu Stuttgart 21 – in diesem frühen
Planungsstadium die Kritiker ihre Bedenken vorbrächten. Er betonte, dass es sich bei dem
Raumordnungsverfahren um ein ergebnisoffenes Verfahren handele in dem geprüft werde, ob die
vorgelegte Planung zur B 26n unter Berücksichtigung der Belange von Mensch und Umwelt vertretbar sei.
„Wenn wir die derzeitige Planung zur B 26n ohne wenn und aber durchsetzen wollten, würde ich nicht
das Gespräch mit der Bürgerinitiative führen“, so Staatssekretär Eck.
Dies griff abschließend der Karlstadter Sprecher der Bürgerinitiative Armin Beck auf und betonte, dass
gerade bei dem in der Bevölkerung kontrovers diskutierten Thema Westumgehung Würzburg / B26n
die Politik gefordert sei, sich der Auseinandersetzung auch außerhalb der politischen Gremien zu stellen.
Nur so fühlten sich die Bürger in der demokratischen Entscheidungsfindung ernst genommen.
Beck dankte Staatssekretär Gerhard Eck daher ausdrücklich für den offenen Austausch und dem
Bekenntnis zu einem ergebnisoffenen Verfahren.
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